Lyrik

Turm

Ist es ein Duft,
ein Geräusch?
Liegst du in meinen Armen
oder träume ich?
Wo bist du?
Wo ist der hohe schmale Turm,
in dem wir einst wohnten?
Wer zählt die luftigen Steine,
aus denen er gebaut wurde?
Wo sind deine kühlen glatten Schatten,
die mich umkreisten wie die Nacht?
Was wird wohl sein?
Willst du etwas fragen?
Fledermausflügelleicht,
eine Täuschung?
Ich habe mich leergefühlt am Dir
im Turm zwischen Nichts und Nichts
am Mir gespart
für die luftigen Steine.
Nicht einer könnte mich zurückholen.

 

Vier Jahreszeiten

Von innen nach außen
kehre ich das Herz
stülpe die Welt über dich
erzähle dir alles
was ich gelesen habe
mache Spaziergänge stundenlang.

Von innen nach außen
fallen grün die Blätter
bedecke die Erdoberfläche damit
erzähle dir von Buche und Esche
lese nicht
mache Begehungen in dir.

Von innen nach außen
blüht der Herbst
behauche dich mit Gold
erzähle dir nicht vom Winter
lese wieder häufiger
mache mich bereit.

Von innen nach außen
kehre ich das Laub
lasse Eisblumen wachsen
erzähle dir nicht
was ich gelesen habe
mache Abfahrtlauf einmal.

Winter

Über das Farbeneinerlei
spannt sich ein Laken
der Himmel hält still.

In die Landschaft
streckt sich ein Fluss
die Fische reden nicht.

Unter den Blättern
regt sich ein Tier
die Sprache bleibt fremd.

Zwischen die Welt
fällt das was ist
niemand sagt was kommt.

Über dem Farbeneinerlei
liegt nun das Weiß
die Zeit spricht für sich.

 

 

Auf und ab und ab und auf
werde nicht müde am rhythmischen Dir
graviere die Kurve tief ein
kein Tattoo könnte das so
denke mir Töne und Farben aus
im Mir hast du Frequenzen
dunkelgrün und etwas gelb
manchmal schiebt ein Rot sich durch
zuverlässig auslaufend
tief eingraviert