Ein Vogel gleitet über den stillen See
der Tag ahnt noch nicht, was ihm begegnet.
In den steigenden Stunden gebiert der Himmel flächiges Blau,
das keinen Regen erlaubt.
Lippen spröde, formen Worte
eine Sprache wird gesprochen, die vom Durst erzählt und vom Hunger.
Überhitzt zieht die Sonne ihre Runde
aufgebläht und viel zu groß hängt sie in der Stadt.
In den steigenden Stunden biegt der Himmel sich in das Blau,
das sich blank um den Atem spannt.
Haut faltig, Worte blättern
die Sprache ist ein Rinnsal, das sich in Schlaufen fängt.
Milchgelber Dunst brütet über dem See
der Tag nimmt, was ihm begegnet.
In den fallenden Stunden gebiert der Himmel zerlaufenes Rot,
das die Sonne verdaut.
Sprache setzt sich.
Der Vogel hat ein Nest gebaut.
Allerweltscollage
archaische Lieblichkeit ringsum
ein Rotbusch irgendwo weiter weg
deine Haut tausend Schmetterlingsflügelschläge
die Machete über den Baumwipfeln kreist
du sprichst zu mir wie durch Papier
Feuer in der Tonne
vor dem nächsten Morgen
Luftschlieren unter dem blanken Messer
und ein dumpfes Zischen
Falterstaub zwischen Gras und Morgenrot
dein Tausendflügelschlag
zu schwach
Hinaus
Sehe durch die Zeit hindurch
fange mich woanders ein
das Nötige nehme ich mit
baue ein Nest in mir
brüte die Welt aus.
Webe Gedanken in mein Gefieder
suche nach bekannten Mustern
will das Nötige betten
über den Rand hinaus
nähre Zweifel.
Greife der Zeit vorweg
erfinde mich neu
zupfe das Kleid zurecht
werfe Fragen aus dem Nest
übe Neuland.